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Wasserstoff aus grünem Strom im industriellen Maßstab: hybridge.

Mit dem Projekt „hybridge“ wollen Amprion und OGE die Sektorenkopplung auf Systemebene in Deutschland weiterentwickeln. Die Projektpartner planen, im Landkreis Emsland in den nächsten Jahren einen Elektrolyseur in der 100-MW-Klasse zu errichten und eine Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen. Unser Ziel: Die Power-to-Gas-Technologie so voranzutreiben, dass sie künftig im industriellen Maßstab eingesetzt werden kann.  

Die Power-to-Gas-Technologie nimmt eine Schlüsselrolle beim Umbau unseres Energiesystems ein. Denn damit lässt sich grüner Strom in Wasserstoff umwandeln und in anderen Sektoren einsetzen. Außerdem können wir die Gasinfrastruktur so auch zur Speicherung der Erneuerbaren Energien nutzen.

„Wir sind mit der Planung für hybridge so weit, dass wir in die Genehmigungsphase eintreten können“, sagte Dr. Thomas Hüwener, Mitglied der Geschäftsführung von OGE. „Aber wir brauchen noch das ‚Go‘ aus der Politik. Dieses müsse nun schnell kommen“, ergänzte Hüwener, „damit Sektorenkopplung auf Systemebene auch einen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele leisten könne.“

Dr. Klaus Kleinekorte, technischer Geschäftsführer von Amprion, sagte: „Die deutschen Klimaziele, der Ausstieg aus der Kernkraft und der sich abzeichnende Kohleausstieg bedeuten eine enorme Herausforderung für unser Energiesystem. Wir müssen daher jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit uns Power-to-Gas nach 2030 im Gigawatt-Maßstab zur Verfügung steht und Sektorenkopplung auf Systemebene möglich wird.“ 

Region Lingen – die ideale Pilotregion

Den idealen Standort für eine Power-to-Gas-Anlage in dieser Größenordnung, bei der Strom aus Erneuerbaren Energien über einen Elektrolyseur in grünen Wasserstoff und zum Teil weiter in grünes Methan umgewandelt wird, haben die Projektpartner an einem Schnittpunkt zwischen dem Amprion- und dem OGE-Netz in der Region Lingen an der Grenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gefunden. Dort will Amprion einen Elektrolyseur in der 100-MW-Klasse errichten und OGE eine bestehende Pipeline für den ausschließlichen Transport von Wasserstoff umstellen. Die Kosten für das Vorhaben schätzen die Partner auf 150 Mio. Euro.

Hüwener erläuterte: „Im Raum Lingen haben wir optimale Voraussetzungen, um ein Wasserstoffnetz aufzubauen. Der Wasserstoff kann von Unternehmen direkt genutzt werden. Außerdem befindet sich eine Wasserstofftank- und -verladestation in der Region. Auch die in der Region vorhandenen Erdgasspeicher können perspektivisch auf Wasserstoff umgewidmet werden. Ein Teil des bestehenden Gasnetzes kann zudem für den ausschließlichen Transport von Wasserstoff genutzt werden. Zukünftig können weitere Teile der Gasinfrastruktur für den Transport von Wasserstoff ins Ruhrgebiet und darüber hinaus umgestellt werden. Außerdem können wir Wasserstoff in geringen Mengen zumischen oder nach Umwandlung in Methan direkt in das Erdgasnetz einspeisen.“

Marktteilnehmer können die Infrastruktur diskriminierungsfrei nutzen

Das Grundkonzept der Sektorenkopplung auf Systemebene von Amprion und OGE sieht vor, die geplante Infrastruktur zur Kopplung ihrer Netze allen Marktteilnehmern diskriminierungsfrei („Third Party Access“) zur Verfügung zu stellen. Die über die Gas- und Stromleitungen transportierte Energie ist dabei zu keiner Zeit im Eigentum der Netzbetreiber.

Die begrenzte „Brückenkapazität“ zwischen Strom- und Gasinfrastruktur werden die Projektpartner Händlern oder Direktabnehmern in Auktionen anbieten. Die Auktionserlöse werden den Kosten gegengerechnet und entlasten so den Netzkunden. Dieses Prinzip ist bei grenzüberschreitenden Kuppelleitungen im Stromsystem und in Gastransportkapazitäten seit Jahren europaweit etabliert.

Politik ist am Zug

„Wir wollen diese Technologie für die deutsche Volkswirtschaft erfolgreich im großtechnischen Maßstab realisieren. Dafür haben wir alles, was wir brauchen: ein technisches Konzept, einen geeigneten Standort und die Nutzungsmöglichkeiten für den Wasserstoff. Wir können anfangen“, sagte Hüwener. „Wir brauchen nun die regulatorische Möglichkeit, das Projekt umzusetzen. Hier ist nun die Politik am Zug“, betonte Kleinekorte.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der hybridge Projekt-Website.