Datum
23. Sep. 2021
Ort
Slowakei, Ukraine, Tschechien, Deutschland
Herausgeber
EUSTREAM, GTSOU, NET4GAS, OGE

Pressemitteilung

Gasinfrastrukturunternehmen stellen “Central European Hydrogen Corridor” vor

Vier führende mitteleuropäische Gasinfrastrukturunternehmen wollen gemeinsam eine Wasserstoffautobahn durch Mitteleuropa realisieren

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Initiative mit der Bezeichnung „Mitteleuropäischer Wasserstoffkorridor“ steht die Realisierung einer „Autobahn“ für den Transport von Wasserstoff aus zukünftig vielversprechenden, wichtigen Aufkommensregionen in der Ukraine, die hervorragende Bedingungen für eine großtechnische, umweltfreundliche Wasserstoffproduktion bieten, über die Slowakei und Tschechien zu großen Nachfragezentren in Deutschland und der EU. Der Wasserstoffkorridor soll darüber hinaus den Transport von Wasserstoff zwischen Produktionsstandorten und Verbrauchern in Tschechien und der Slowakei ermöglichen.

Zu den beteiligten Unternehmen gehören die Fernleitungsnetzbetreiber EUSTREAM (Slowakei), GTSOU (Ukraine), NET4GAS (Tschechien) und OGE.

„Erdgas wird auch in den nächsten zwei Jahrzehnten ein bedeutender Energieträger bleiben und einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Bis 2050, wenn die europäischen Volkswirtschaften voraussichtlich klimaneutral sein werden, wird dann wahrscheinlich aber Wasserstoff eine wesentliche Rolle übernehmen. Daher sollten wir bereits heute alle bestehenden Optionen prüfen. Wasserstoff ist eine vielversprechende Technologie, die sich noch in der Anfangsphase einer flächendeckenden Einführung befindet. Eine Partnerschaft mit den benachbarten FNBs könnte große Synergien für die Entwicklung von grünem Wasserstoff schaffen“, so Pawel Stanczak, stellvertretender Geschäftsführer für Entwicklung und Umwandlung der GTSOU.

Die Slowakei und Tschechien betreiben einen großen Transportkorridor für Erdgas, der die Ukraine mit den europäischen Bedarfsregionen verbindet. Die slowakischen, tschechischen und deutschen Leitungssysteme können für den Transport von Wasserstoff umgewidmet werden. Rastislav Ňukovič, der Generaldirektor von EUSTREAM, erklärt: „Unser robustes Transportsystem wäre eine flexible und sehr kostengünstige Möglichkeit, grüne Energie weiter in die EU-Märkte zu transportieren. Wir sind entschlossen, unsere Infrastruktur wasserstofftauglich zu machen und damit einen wichtigen Beitrag zu den Dekarbonisierungszielen der EU zu leisten.“

Gleichzeitig wird erwartet, dass Deutschland ein Hauptabnehmer von Wasserstoff in Europa sein wird. Um den prognostizierten Bedarf in dieser Region zu decken, ist der Import großer Wasserstoffmengen erforderlich.

Die Projektträger sind überzeugt, dass sich der mitteleuropäische Wasserstoffkorridor zum Teil durch Umwidmung bestehender Gasinfrastruktur in Verbindung mit gezielten Investitionen in neue Wasserstoffleitungen und Verdichterstationen realisieren lässt.

Dies würde den Transport von Wasserstoff über große Entfernungen zu vertretbaren Kosten ermöglicht.

Die Projektträger haben bereits mit der Prüfung der technischen Machbarkeit eines mitteleuropäischen Wasserstoffkorridors für den Transport von bis zu 120 GWh pro Tag reinen Wasserstoffs aus der Ukraine nach Deutschland ab 2030 begonnen. Andreas Rau, Geschäftsführer von NET4GAS, betont: „Trotz der Komplexität solcher technischen Studien sind wir zuversichtlich, dass diese starke internationale Partnerschaft bereits im nächsten Jahr erste Ergebnisse zu Machbarkeit, Kapazität und Kosten eines solchen Wasserstofftransports vorlegen wird.“

„Ein transnationales Wasserstoffnetz ist für einen künftigen europäischen Wasserstoffmarkt unerlässlich. Der “Central European Hydrogen Corridor” ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin, da er die Möglichkeit bietet, bereits bis zum Jahr 2030, die Bedarfszentren der deutschen Industrie mit erheblichen Mengen an Wasserstoff zu beliefern“, meint Dr. Jörg Bergmann, Geschäftsführer der OGE, und fügt hinzu: „Denn eines ist sicher. Ohne den flächendeckenden Einsatz von Wasserstoff neben erneuerbaren Energien werden wir unsere Klimaziele nicht erreichen.“

Weitere Informationen erhalten Sie bei den Partnerunternehmen oder auf der Projektwebsite www.cehc.eu.