Bauvorhaben 

Wir bauen für die Energie­wende — und Ihre Versorgungs­sicherheit. 

Unsere Kunden müssen ihr Gas stets pünktlich in der bestellten Menge und zur gewünschten Qualität bekommen. Dafür halten wir unser Infrastrukturnetz auf dem neuesten Stand. Neben unserem 12.000 km langen Leitungsnetz gehören auch viele Verdichteranlagen dazu.

Technische Anlagen und Systeme planen und bauen wir jedoch nicht nur für die gegenwärtige Energieversorgung. Wir befinden uns mitten in der Energiewende: Mit zukünftigen Bauvorhaben ebnen wir den Weg für Wasserstoff und grüne Gase.

Aktuelle Bauprojekte (Auszug)

Leitung: NETG Voigstlach – Paffrath  

Wir planen, unser überregionales Erdgastransportsystem durch eine kapazitätsstarke Ferngasleitung, von Voigtslach nach Paffrath, zu erweitern. Die knapp 24 Kilometer lange Fernleitung wird einen Durchmesser von DN 900 bei einer Wandstärke von 12,9 mm haben und kann mit bis zu 70 bar Betriebsdruck betrieben werden. Der Baubeginn war im ersten Quartal 2021, die Fertigstellung für Ende 2022 geplant.

Die Nordrheinische Erdgastransportgesellschaft mbh & Co. KG (NETG) ist die Betreiberin der gleichnamigen Fernleitung von Elten an der niederländischen Grenze nach Bergisch Gladbach.

Ihre Eigentümer sind die Open Grid Europe GmbH aus Essen (OGE) und die Thyssengas GmbH aus Dortmund. Beide halten jeweils 50% der Anteile.

Dank dieser Anbindung wird die zwingend notwendige regionale und kommunale Umstellung der Versorgungsnetze von niederkalorischem (L-Gas) auf hochkalorisches Erdgas (H-Gas) in Leverkusen, Köln und der umliegenden Gemeinden ab dem ersten Quartal 2023 ermöglicht. Das Bauvorhaben dient der Versorgungsicherheit von privaten Verbrauchern und der Industrie.

Hier finden Sie alle Informationen zur NETG Leitung Voigtslach-Paffrath.

Zur NETG Website

Leitung: EUSAL (Euskirchen – Erftstadt)

Wir planen, unser überregionales Erdgastransportsystem durch die kapazitätsstarke Ferngasleitung EUSAL zu erweitern. Der Startpunkt der Leitung liegt im Raum Erftstadt (Nordrhein-Westfalen), der Endpunkt im Raum Euskirchen–Kuchenheim.

Die Ferngasleitung wird einen Durchmesser von DN 400 haben und ist mit bis zu 100 bar Betriebsdruck geplant. Der Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Köln liegt seit August 2020 vor. Die Abschiebung des Mutterbodens ist für Mitte September 2020 vorgesehen. Die Hauptbaumaßnahme startete im März 2021, der Abschluss der Bauarbeiten ist für Ende 2021 geplant.

Dank dieser Anbindung wird die zwingend notwendige regionale und kommunale Umstellung der Versorgungsnetze von niederkalorischem (L-Gas) auf hochkalorisches Erdgas (H-Gas) im Raum Euskirchen im Jahr 2022 sowie im Raum Bonn–Euskirchen im Jahr 2023 ermöglicht. Das Bauvorhaben dient der Versorgungsicherheit von privaten Verbrauchern und der Industrie.

Leitung: Heiden-Dorsten

Wir planen unser überregionales Ferngastransportsystem durch eine kapazitätsstarke Leitung, von Heiden nach Dorsten (HeiDo), zu erweitern. 

Die Grundlage für die Planung und den Bau der HeiDo ist der Netzentwicklungsplan Gas (NEP Gas). Im Zuge des Verfahrens für den aktuell gültigen NEP Gas 2020 hat sich der Bedarf für die HeiDo geändert. 

Der NEP Gas 2020 sieht nun eine Fertigstellung der HeiDo bis Ende 2026 vor. Ursächlich für die Verschiebung der Leitung war insbesondere eine Änderung des L-H-Gas-Umstellungskonzeptes des Bereichs Sonsbeck-Dorsten. 

Ursprünglich war die Fertigstellung, gemäß NEP 2018, für 2021 vorgesehen.

Verdichterstation: Rimpar (Leitung MEGAL)

Die Verdichterstation Rimpar (Bayern) soll in unmittelbarer Nachbarschaft der existierenden Verdichterstation Rimpar errichtet werden. Sie soll primär Gasmengen der Leitungen MEGAL I + II verdichten. Des Weiteren soll sie Mengen in Richtung oder aus Richtung Norden verdichten. Sie verbindet die Leitungen Ltg. 51 (MEGAL I) und Ltg. 451 (MEGAL II), sowie Ltg. 55 (OGE), Ltg. 455 (OGE) und Ltg. 26 (OGE).

Die Mittel-Europäische Gasleitung (MEGAL) wird durch die gemeinsame Gesellschaft der beiden Ferngasnetzbetreiber OGE und der GRTgaz Deutschland betrieben.  Die MEGAL besteht aus den beiden Achsen MEGAL Nord, einer Doppelerdgasleitung über 460 km beginnend an der tschechischen Grenze und bis nach Frankreich reichend, und der MEGAL Süd, von der österreichischen Grenze in Richtung Rothenstadt verlaufend.

Die Errichtung der neuen Verdichterstation besteht im Wesentlichen in der Installation von drei Turboverdichtereinheiten mit Gasturbinenantrieb in je einer Verdichterhalle mit den zugehörigen peripheren Rohrleitungs- und Anlagensystemen, sowie die Errichtung eines neuen Versorgungs- und Brenngasgebäudes zur Aufnahme aller notwendigen Nebenanlagen und Hilfssysteme.

Bauvorbereitende Maßnahmen haben im Januar 2020 begonnen. Die Anlage soll 2023 fertiggestellt werden.

GDRM-Anlage: Asbeck-Menden

Vor dem Hintergrund der Umstellung des Erdgasleitungsnetzes von L-Gas [Low calorific Gas] auf H-Gas [High calorific Gas] ist die Errichtung einer neuen Gasdruckregel- und Messanlage in Asbeck in der Stadt Menden erforderlich. Die neu zu errichtende Anlage ist zur Aufspeisung der Leitung 17 (Beckum-Werdohl) aus der Leitung 56 (Werne-Schlüchtern) notwendig.

Die GDRM-Anlage besteht aus zwei identisch aufgebauten Mess- und Regelstrecken, die ein- und ausgangsseitig über Sammelleitungen miteinander verbunden sind. Die Strecken verfügen über Filterabscheider, die im Außenbereich aufgestellt werden. In einem festen Gebäude werden Anlagen zur Messung, Vorwärmung, Druckabsicherung und Regelung installiert. Die Anbindung der Leitung 56 an die neue Anlage erfolgt über die neu zu errichtende Anbindungsleitung (DN 400, ca. 15 m Leitungslänge). Die Anbindung der Leitung 17 erfolgt durch die Errichtung von zwei T-Stücken, einer Schieberstation und einer weiteren Anbindungsleitung (DN 400, ca. 10 m Leitungslänge). Darüber hinaus wird eine Ausblaseleitung neu errichtet.

Der Baustart für die Anlage war im Februar 2021. Über den Bauzeitraum werden ca. 8000m³ Böden und Schotter bewegt. Die Fertigstellung der Anlage ist für Q4 2021 geplant.

In 2020/2021 abgeschlossene Bauprojekte

Unser größtes Bauprojekt in den letzten Jahren war die Ferngasleitung ZEELINK. Sie wurde plangemäß im Mai 2021 in Betrieb genommen. Dieser Neubau war und ist für die schrittweise Umstellung von L- auf H-Gas, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, notwendig. Mit ZEELINK binden wir die Regionen, die aktuell noch mit L-Gas versorgt werden, dauerhaft an H-Gas-Quellen und -Routen an.

Die fast 216 km lange ZEELINK-Erdgasleitung erstreckt sich von der belgisch-deutschen Grenze bei Aachen-Lichtenbusch über Sankt Hubert bei Krefeld und weiter bis nach Legden bei Ahaus in Nordrhein-Westfalen. Ebenfalls wurde eine Verdichterstation bei Würselen errichtet. Die neue Fernleitung leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Deutschland. Zudem verstärkt sie die Transportkapazität von Erdgas vom Norden in Richtung Süden.

ZEELINK ist das größte Einzelprojekt im Nationalen Entwicklungsplan Gas 2015 (NEP Gas) der Bundesnetzagentur. Die Pipeline stellt eine Verbindung zum LNG-Terminal in Zeebrügge her und trägt so zur Routen- und Quellendiversifizierung der Versorgung von Deutschland mit Erdgas bei. Der Name ZEELINK ist abgeleitet vom belgischen LNG-Terminal in Zeebrügge. LNG, liquefied natural gas, bezeichnet verflüssigtes Erdgas.

Mehr Informationen gibt es in unserer Pressemitteilung zur Inbetriebnahme.

Inbetriebnahme der Fernleitung ZEELINK in Würselen/Nordrhein-Westfalen im Mai 2021 (v. l.): Jörg Bergmann (Sprecher der Geschäftsführung OGE), Armin Laschet (Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen) und Thomas Gößmann (Vorsitzender der Geschäftsführung Thyssengas)

TENP-Deodorierungsanlage

Vor dem Hintergrund der geplanten Flexibilisierung der Gastransporte, sowohl in Nord-Süd als auch in Süd-Nord-Richtung, wurde auf der Trans-Europa-Naturgas-Pipeline (TENP) eine Deodorierungsanlage errichtet. Die Inbetriebnahme erfolgte plangemäß im Dezember 2020. Das Projekt wurde gemeinschaftlich zwischen der Open Grid Europe GmbH und der Fluxys TENP GmbH umgesetzt. Der Betrieb der Anlage erfolgt durch die Open Grid Europe GmbH.

Das Vorhaben umfasste die Errichtung einer Anlage zur Entfernung des Geruchsstoffs (Odoriermittel) Tetrahydrothiophen (THT). THT ist ein Odoriermittel, das im französischen Gashochdrucknetz umfassend verwendet wird, beim deutschen Gastransportnetz aber erst im Verteilernetz hinzugefügt wird. Im Ferngasleitungsnetz wird es aufgrund der technischen Anforderungen beim Transport nicht eingesetzt.

Erdgas, das beim Süd-Nord-Transport am Grenzübergangspunkt Wallbach in das TENP-Leitungssystem gelangt, kann daher unterschiedliche Konzentrationen des Odoriermittels THT enthalten. Für den Transport und den Verbrauch in Deutschland muss das Erdgas folglich so aufbereitet werden, dass die THT-Konzentration begrenzt wird.

Die Abtrennung des Odoriermittels erfolgt, wie in der Praxis der Gasreinigung üblich, durch eine Festbettadsorption. Hierfür durchströmt das Erdgas die Deodorierungsanlage, die im Wesentlichen aus insgesamt vier Adsorbertürmen mit den erforderlichen technischen Nebeneinrichtungen besteht.

Aufgrund des europäischen Charakters der länderverbindenden TENP-Leitungen und der besonderen Stellung in Deutschland hat die TENP-Deodorierungsanlage den Status eines Vorhabens von gemeinschaftlichem Interesse, ein s. g. "Project of Common Interest (PCI)" und wurde unter der Aufsicht der INEA (Innovative and Network Executive Agency) durch die Europäische Union gefördert. Damit gilt die EU-Verordnung 347/2013 zu den Leitlinien für die transeuropäische Energieinfrastruktur (TEN-E-VO).

Mehr Informationen gibt es in unserer Pressemitteilung zur Inbetriebnahme.